Wie meine Bilder Geschichten erzählen, erzähle ich hier Geschichten, die ich erlebt und von Katzenfreunden erfahren habe; auch kätzische Neuigkeiten werde ich weitergeben. Diese amüsanten und kuriosen Begebenheiten sind Geschichten über die Verhältnisse von Miez zu Miez, von Miez zu „Co.“  ( den „Nichtmiezen“), von Miezen zu ihren Menschen und von Menschen zu ihren Miezen.

Es sind auch die Geschichten meiner Katzen und der Tiere, die in meinem Leben nur „Gastrollen“ spielten, Geschichten, die Sie mit Ihren Tieren ähnlich erlebten, es sind die Geschichten UNSERER Miezverhältnisse.

Über die Katzen, die keine heile Katzenwelt kennen und für deren Schicksal und Rechte ich mich seit 36 Jahren als aktive Tierschützerin einsetze, erzähle ich nur wenig, stattdessen äußere ich im Namen dieser Tiere eine Bitte: Wenn Sie ein neues Familientier suchen, geben Sie einem Tier aus einem Tierheim die Chance auf ein glückliches Leben. Lassen Sie Ihre Katzen und Kater kastrieren, verzichten Sie auf das Ereignis, eine Katzengeburt mitzuerleben, und lassen Sie sich von niemandem einreden, dass eine Katze einmal im Leben Junge haben muss. Sehen Sie sich die Not in den überfüllten Tierheimen an, und denken Sie auch an die Katzen, die nicht das Glück hatten, in einem Tierheim aufgenommen zu werden. Diese Tiere müssen scheu, ewig hungrig und krank ein elendes Leben fristen; und bedenken Sie, dass es immer die Unvernunft der Menschen ist, die diese Tiere in ihre Lage gebracht hat. Erinnern Sie sich gelegentlich an den Spruch eines Weisen:

„Wenn Du ein Tier rettest, wird das die Welt nicht verändern, aber mit Sicherheit hat sich die Welt für das eine Tier geändert.“

 

Mäuse

Inhaltsverzeichnis


Purzel, der wahrscheinlich kostspieligste Kater der DDR
Lucie “von” der Dorfstraße
William Shakespeare, genannt Gully-Willy
Jenny und Elsa, eine WG mit 50 Kühen
Nase-Kater: Essen – mein Leben
Clara, die Katzenoma
Pitschi, der Arbeitskater von Karina Theiler


Mäuse

Er war unser erster Familienkater, er war ein Familienereignis, das 10 Jahre Teil unseres Lebens war. Er war kein Tyrann, aber wir ihm untertan, immer bestrebt, ihm alles recht zu machen.

Dabei war das Wichtigste, das Futter, zu DDR-Zeiten ein echtes Beschaffungsproblem. Es gab kein Katzenfutter, die Fleischgeschäfte hatten montags geschlossen, Innereien gab es nur donnerstags und nur wenn man pünktlich 15 Uhr vorm Laden stand, Rindfleisch manchmal wochenlang gar nicht und Fisch war billig, aber selten zu kaufen.

Der Kater hatte sich sehr schnell entschieden: gekochter Fisch!; donnerstags nahm er gnädig mal Nierchen. Ich fand eine katzenfreundliche Fischverkäuferin, die mir zu einem reichlichen Aufpreis und den ausgewachsenen Sachen unseres Sohnes einige Kilo Kochfisch am Hintereingang des Geschäftes „zuschob“. Oft war Dresden von der Fischversorgung ausgeschlossen, sicher auch andere Provinzstädte, aber Berliner und deren Katzen hatten mehr Glück. Also fuhren wir gelegentlich nach Berlin, und dort von Fischgeschäft zu Fischgeschäft, denn es wurden nur kleine Mengen verkauft. Wenn ein Gemüsegeschäft am Weg lag, brachten wir für’s Kind Bananen mit.

Diese Touren waren sehr aufwendig und der Erfolg oft zufällig. Da hatte mein Mann eine kühne Idee: Er rief beim Versorgungskontor in Berlin an, beschwatze eine Angestellte – wie auch immer -, und wir konnten ab und zu eine Kiste, 60 kg Kabeljau, gegen ein „gepfeffertes“ Schmiergeld abholen.

Während der kalten Jahreszeiten waren unsere Fischzüge kein Problem, eigentlich ging es auch im Sommer mit viel Eis auf dem Fisch, aber das Auto darf nicht den Geist aufgeben… Also kurz :  Hochsommer – tagelang 34° im Schatten – weicher Asphalt – 60 kg Fisch im Lada-Kofferraum – Auto will nicht mehr – Werkstatt kann nicht oder will nicht - wegen dem Gestank.

Guter Rat vom Monteur : Versuchen Sie es im 2. Gang mit 30 km/h. Alle Autofahrer, die uns auf der Autobahn überholten, zeigten auf unseren Kofferraum, aus dem es von Berlin bis Dresden tropfte. Ich muss noch erwähnen, dass wir bei der Menge Fisch auch ein Lagerproblem hatten, das nur mit einer großen Kühltruhe, die es auch nicht gab, lösen konnten; wir bekamen eine, ähnlich wie den Fisch.

Sie meinen, das alles reicht noch nicht, um der kostspieligste Kater der DDR zu sein? Sie haben Recht, deshalb erzähle ich noch kurz die eigentlich sehr lange Ausreisegeschichte mit Haustier. Die Ausreise mit Haustier war möglich, nicht wie später viele Tierbesitzer berichteten, die ihre Tiere zurückgelassen haben. Die Voraussetzung war, die Verantwortung für ein Tier mit allen Konsequenzen zu übernehmen. Das hieß, wir brauchten im Westen eine Wohnung, da Tiere im Übergangslager nicht aufgenommen wurden. Nach 3 ½  Jahren Wartezeit, in der Hoffnung, es bald geschafft zu haben, ließen wir durch Bekannte eine Wohnung mieten und machten Schulden, ohne zu wissen, ob wir unser Ziel je erreichen.

Der Kater musste im Rathaus beim „Amtstierarzt“ vorgestellt werden, und wir erfuhren die Bedingungen für eine Tierübersiedlung. Dazu gehörten Impfungen, die in der DDR eigentlich nicht durchgeführt wurden, es war also auch kein Serum vorrätig, und die Impfung durfte nicht länger als 3 Wochen vor der Ausreise erfolgt sein.

Aber wie sollte man bei dem absoluten Ausgeliefertsein wissen, wann der Ausreisetag ist?

Auch diese Hürde haben wir mit Hilfe eines mutigen Tierarztes genommen.

Nachdem wir noch 1 ½ Jahre gewartet haben, kein Einkommen mehr hatten, im Westen schon Miete bezahlten, konnten wir völlig mittellos, mit einem Berg Schulden, 6 Koffern und unserem KOSTSPIELIGEN KATER in den Westen ausreisen.

 

Sie war unverdorbener Feld-Wald-und-Wiesen-Landadel, sie war eine tolle Katze. Sie war eigensinnig, hübsch, klug, arrogant, frech, manchmal zärtlich, selbstständig und brauchte keinen Kochfisch, um glücklich zu sein.

Lucie kam, nachdem unser Purzel in den Katzenhimmel gegangen war, durch die noch offene Katzentür. Sie entschied sich für uns und unsere Sessel und überhaupt alles und das so selbstverständlich, dass wir nicht widersprachen und mit ihr ein katzengerechtes Leben führten. Sie war einfach nur Katze und durfte es sein, sie war unser kleiner Hausgeist oder wie Baudelaire es lyrisch sagte:

„Sie ist der Hausgeist hier, sie richtet, herrscht, begeistert alle Dinge in ihrem Reich. Vielleicht ist sie eine Fee…“

Ja, vielleicht, jedenfalls hat sie uns mit ihrer zauberhaften Art überzeugt, ihren Freund Willi aufzunehmen.

 

 

Die Namensgebung begann mit „Mohrle“ (eventuell rassistisch), „Romeo“ (weil Lucies Verehrer), „Othello“ (schwarz wie dieser, aber auch eine tragische Gestalt). Dann kam William Shakespeare ins Gespräch, aber kann man so seine Katze rufen?

Schon mit „Willi“ kann es problematisch werden: Als Willi (wieder einmal) verschwunden war und ich ihn nächtens suchte, entlang einem Feld, entlang an Gartenzäunen und dabei leise „Willi-Willi“ rief, antwortete eine Frauenstimme: „Was wollen Sie denn von meinem Mann!?“ –

Willi war der liebste und zärtlichste Kater, den man sich denken kann : Er war ängstlich, und das Leben mit ihm war anstrengend, es gab kaum einen Tag, an dem ich mir keine Sorgen um ihn machte. Fast alles, was er unternahm, ging im menschlichen und im kätzischen Sinne schief. Wenigstens führte es in der Nachbarschaft nicht mehr zu diplomatischen Verwicklungen, wenn ich seinen Namen rief – und das tat ich oft.

Wenn ich heute an Willi denke, kommt mir immer zuerst folgendes aufregende Erlebnis in den Sinn: Willi war den zweiten Tag verschwunden, ich hatte auswärtige Termine, musste wegfahren und nach einer schlaflosen Nacht sah mich meine Nachbarin mitleidig an und sagte: „Ich höre aber eine Katze miauen.“
Ich dankte ihr für die Anteilnahme, hörte aber auch den Katzenruf.

Er war schwer zu orten, man vermutet ja auch keine Katze in der Kanalisation. Ich suchte einen starken Mann mit Werkzeug, der den Gullydeckel öffnet, und als das vollbracht war, sah mich mein Willi mit angstgeweiteten Augen an. Als der Helfer den Willi aus dem Gully retten wollte, kroch der Angsthase wieder in die Kanalisation. Also musste ich ihn selbst packen und das, obwohl ich schon ausgehfein hergerichtet war. Mit hellblauem Outfit und passenden Ohrgehängen lag ich auf der Straße, kopfüber in der Schleuse, die Nachbarin hielt meine Beine.

Na, jedenfalls drückte ich endlich meinen verdreckten Willi an meinen ebenso dreckigen Busen. So etwas möchte man nicht ein zweites Mal erleben. Und doch dachte ich, als Willi am Silvestertag wieder den zweiten Tag überfällig war: Er wird doch nicht wieder…? Es war gegen 16 Uhr, die Straße leer, und ich hockte mich vor den Willi-Gully und rief: „Williii-Williii“ – nichts.Als ich mich erhob, sah ich in einem ortsfremden Auto gegenüber einen Mann mit weit geöffneten Augen; was der wohl dachte? Sicher, dass ich meinen Mann suche.Als ich heimkam, saß Willi auf der Treppe und ignorierte meine Frage, wo er denn gewesen ist.

 

 

 

 

Im Vergleich zu den Kühen, die ihr Leben im Stall, immer auf derselben Stelle, auf Steinboden ohne Stroh verbringen mussten, ging es Jenny und Elsa, zwei scheuen, herrenlosen Katzen, relativ gut. Im Winter hatten sie im Stall ein warmes Plätzchen, zwei Mal täglich, wenn gemolken wurde, gab es eine Schüssel Milch. Irgendwann wurde die Wohngemeinschaft aufgelöst, der Bauer ging in Rente, die Kühe zum Schlachthof, der Stall wurde ausgebaut und Jenny und Elsa waren obdachlos.

Wie ihnen geht es unzähligen Katzen in „ländlicher Idylle“. Seit ich mich über Jahre mit dem Schicksal dieser Katzen befasst habe, weiß ich, dass das Landleben nicht nur Landlust ist, wie in Zeitschriften gepriesen.

Allein in dem kleinen, überschaubaren und idyllischen Ort nahe Göttingen, in dem ich wohnte, habe ich 35 Katzen und Kater, für die niemand verantwortlich war, mit Fallen eingefangen und kastrieren lassen, und dabei habe ich auch Jenny und Elsa kennen gelernt. Als der Herbst kam und der Winter in Sicht war, fasste ich einen verwegenen Entschluss, ich richtete unser Gästezimmer für sie her und fing die beiden noch einmal mit einer Falle. Als die monatelange Zähmung der „Wilden“ begann, glaubte ich die Konsequenzen der Aktion bedacht zu haben, aber wie schwierig sich das Zusammenleben gestalten würde, habe ich erst in den folgenden 10 Jahren erfahren müssen.

Jenny wurde in sehr ruhiger Wohngegend das Opfer eines Autos, und Elsa wurde von der Dorfkatze zur Stadtkatze, sie zog mit uns nach Dresden, allerdings ins ruhige Randgebiet. Sie blieb ihr Leben lang scheu, ließ sich nur von mir streicheln, schlief mit mir im Bett, aber festhalten ließ sie sich nie. Sie lebte fast nur am Fenster, neben meinem Arbeitsplatz, in den Garten ging sie nur, wenn es warm war und die Sonne schien.

Da sie über alles, was sie tat, während sie bei uns lebte, selbst entscheiden konnte, denke ich, dass sie ein glückliches Katzenleben hatte.

 

Diesen Wahlspruch kann nur einer haben, der oft Hunger gelitten hat. Und das hatte er augenscheinlich als er sehr mager, sehr groß, sehr scheu und mit blutigem Fuß durch unseren Garten lief. Der Hunger trieb ihn schnell in meine Falle, was schnelle Hilfe für seinen Fuß bedeutete, aber auch Kastration.

Der Kater kam trotzdem jeden Tag an die Futterschüssel, nach Wochen blieb er dann länger, auch für eine kleine Siesta. Es war die Zeit, als Jenny und Elsa im Gästezimmer lebten, er setzte sich außen auf die Fensterbank und unterhielt sich mit den beiden, die drinnen saßen.

Meine Katzengedankendeutung war: Er fragt sie, wie sie reingekommen sind und sie fragen ihn, wie er rausgekommen ist. Irgendwann, als Jenny nicht mehr da war, kam er rein, und wir besaßen „Immersatt“ und „Nimmersatt“, was Letzteren, den Kater, ganz schön auseinandertrieb. Er fühlte sich, wenn er jemanden kauen sah, daran erinnert, dass er eigentlich auch etwas zu sich nehmen müsste.

Er zog mit uns und Elsa nach Dresden und hatte wieder seinen Lieblingsplatz in meinem Arbeitszimmer auf einem Servierwagen, der eigentlich für die Farben gedacht war. Links von mir Elsa am Fenster und rechts neben meinem Arbeitsplatz Nase-Kater – kann man sich als Katzenmalerin inspirierendere Musen wünschen?!

 

 

Wenn spätabends das Telefon oder die Türglocke läutet, dann handelt es sich aus meiner Erfahrung meistens um ein Tierproblem.

An einem kalten Herbstabend war das Problem eine Katze, verletzt unter einem Auto hockend. Bei Licht besehen war es eine sehr alte und taube Katze, die eine tiefe Wunde im Genick hatte.

Wie kam das Tier auf die Straße – meine Recherche in der Umgebung des Fundortes ergab nichts; meine Vermutung: die oder der Besitzer der Katze sind verstorben, und die Erben waren an dem Katzenerbe nicht interessiert.

Nun besaß ich Clara, genannt Clärchen, die ihren Lebensabend, der nur in Wochen gezählt werden konnte, bei uns verbrachte. Ihr Tagesablauf war überschaubar und ihr Aktionsradius ging vom Sessel auf meinen Schoß, zur Futterschüssel, zum Katzentoitoi – und wieder von vorn.

Trotzdem war es traurig, sie bei ihrem Gang in den Katzenhimmel zu begleiten…

 

 

Katzen arbeiten nicht, sagt man. Das stimmt so nicht ganz:

Mein Kater Pitschi ist ein richtiges Arbeitstier! Na ja, vielleicht ist es für ihn nur Vergnügen (hm, ich bin ganz sicher, dass es für ihn Vergnügen ist), doch was dabei herauskommt, ist schließlich ein wunderschönes Produkt. Natürlich hat er nicht alles alleine fabriziert, aber die langweiligste und aufwendigste Arbeit hat er doch gemacht. Und das kam so:

Es war vor zirka zwei Jahren, da war es ihm wieder mal so langweilig, dass ich, um ihm eine Freude zu machen, diverse große und kleine Kartons anschleppte. Man weiß ja, wie sehr Katzen Schachteln lieben. Pitschi stieg hinein, kam wieder heraus, stieg wieder hinein –
am liebsten in die ganz kleinen, in die er sich nur mit allergrößter Mühe hineinzwängen konnte. Aber es machte ihm offensichtlich Spaß.

Bald waren die waren die Schachteln in- und auswendig ausgekundschaftet und begutachtet, und die Langeweile breitete sich wieder aus. Plötzlich entdeckte er, dass er sich an den Schachteln auch mit den Zähnen betätigen konnte. Erst dachte ich: „Nanu, du bis doch kein Nagetier!“ Aber nach einiger Zeit entwickelte sich mein Kater zum fanatischen Nager. Er riss mit den Zähnen, schön am Rand entlang, Stückchen um Stückchen von der Schachtel ab und warf die Teilchen schwungvoll auf den Teppich. Nach fünf Minuten lagen zirka 20 -30 Kartonfetzchen herum. Dann gab’s Pause. Aber immer, wenn die Langeweile ihn wieder überkam, bearbeitet von neuem furios den Rand der Schachtel.

Als ich merkte, dass Pitschi diese Tätigkeit in seinen Tagesablauf einbaute, ging ich – aus rein praktischen Erwägungen – auf die Suche nach weißen Wellpappschachteln, denn die braunen Kartonschnipsel waren auf dem Teppich so schlecht zu sehen. Und, oh Glück! Ich wurde fündig : Bei Coop, (diesem Großverteiler sei hiermit herzlich  gedankt) werden die Milchflaschen in niedrigen weißen Kartonschachteln angeboten. So brachte ich meinem „Nagekater“ von meinen Einkäufen stets eine oder zwei dieser leeren Milchschachteln mit nach Hause. Das erste halbe Jahr war ich Pitschis „Arbeit“ noch pietätlos in den Abfalleimer. Doch dann kam mir die Idee : Man macht ja aus Altpapier – oder eben auch aus Altkarton – handgeschöpftes Papier, eine Kostbarkeit!

Also begann ich, die Schnipsel zu sammeln. Sie wanderten nicht mehr in den Papierkorb, sondern in einen Sack, und nach einem arbeitsreichen Jahr hatte ich beinahe ein Kilo Kartonstückchen beisammen. Das Lustige an der Sache war, dass Pitschi jedes Mal, wenn ich die Stückchen am Boden einsammelte, wie eine Furie auf mich losschoss, als ob er sagen wollte : „Lass’ das! Die gehören mir!“

Dann war der Sack voll, und ich brachte ihn ins Tobias-Haus, eine sozialtherapeutische Werkstatt in Zürich. Dort wird nämlich Papier geschöpft, und die betreuten Menschen verrichten genau die Arbeit, die auch mein Kater macht. Ich wollte dort aber nicht als Konkurrenz auftreten, sondern als Kundin, um aus Pitschis „Arbeit“ etwas Sinnvolles herstellen zu lassen. Die Betreuten im Tobias-Haus waren begeistert, und man sagte mir, dass die Werkstatt ganz nach Katze gerochen habe, als die Schnipsel gekocht worden seien. Kein Wunder, hatte mein Kater doch jedes einzelne Stückchen mit den Zähnen abgerissen.

Im Tobias-Haus entstand dann das Endprodukt: Liebevoll von Hand geschöpftes „Katzenpapier“ – eher dickes Papier, aber wunderschön. Die Betreuten von der Werkstatt waren stolz auf ihre Zusammenarbeit mit Pitschi, und ich hatte große Freude an den schönen Blättern. Der einzige, dem dies alles vollkommen Schnuppe war, war Pitschi. Doch macht er weiterhin hingebungsvoll „Katzenschnipsel“.

FORTSETZUNG
Mein letzter Biss

Nichts mehr mit “Arbeitskater” – falls Sie meine Geschichte gelesen haben, wissen Sie, wie viele Kartons ich in kleine Fitzelchen zerlegt habe!
Ich danke meinem Frauchen, die meine Arbeit gewürdigt hat, und viele Bögen handgeschöpftes Papier besitzt, aus dem sie Karten, Buchumschläge und vieles mehr zaubert.
Hier zeige ich Ihnen meinen “letzten Biss” und mich, wie ich mir mein Leben vorstelle…
Gelegentlich werde ich mich noch mal nach Frischfleisch umsehen, aber auch nur, wenn Frauchen meinen Gourmet-Ansprüchen nicht gerecht wird!
Ich grüße alle Artgenossen und deren Menschen.

Pitschi